Blühpflanzen in Sojabohnen
Soja-Vertragslandwirte des Tofuherstellers Taifun tüfteln an Lösungen, um Blühpflanzen in Sojafelder zu integrieren und so ein zusätzliches Nahrungsangebot für Wildbienen zu schaffen. Martin Brengartner ist damit schon weit gekommen und berichtet von seinen Erfahrungen.
Hintergrund und Projektergebnisse
Soja wird im heimischen Sojaanbau – unabhängig von der Bewirtschaftungsform – vergleichsweise spät gesät und weist eine langsame Jugendentwicklung auf. Der Boden bleibt dementsprechend über einen längeren Zeitraum unbedeckt. Im ökologischen Soja-Anbau sind weitere Reihenabstände üblich, wodurch der Zeitpunkt des Reihenschlusses zusätzlich verzögert und das Erosionsrisiko erhöht wird. Bei aller Problematik stellt das auch eine Chance dar: Die offenen Zwischenräume können gezielt genutzt werden, um eine flächige Wildbienen- und allgemeine Insektenförderung mit Aspekten des Bodenschutzes zu kombinieren. Die Taifun-Tofu GmbH arbeitete im Rahmen des Blühpflanzenprojekts seit 2022 daran, die technischen Grundlagen für dieses Anbausystem zu schaffen. Gefördert wurde das Projekt durch den Innovationsfonds Klima und Wasserschutz der Badenova – Förderung für innovative Klima- und Wasserschutzprojekte | Badenova.
Kern des Ansatzes ist die reihenweise Etablierung blühender Untersaaten zwischen den Sojareihen. Anders als bei klassischen Blühstreifen erfolgt die Begrünung nicht randständig, sondern produktions-integriert. Somit werden Insekten ohne Flächenkonkurrenz gefördert. In enger Zusammenarbeit mit acht Betrieben wurde daran gearbeitet, ein funktionierendes, praxistaugliches Bewirtschaftungssystem zu entwickeln. Die Arbeit umfasste die Auswahl geeigneter Pflanzenarten und die Bestimmung des optimalen Saatzeitpunkts. Besonderes Augenmerk galt der Technik, die für Aussaat, Beikrautmanagement und Untersaatenkontrolle notwendig ist, um eine zuverlässige Etablierung und effiziente Bewirtschaftung zu gewährleisten.
Im Versuchsmaßstab konnte die erfolgreiche Etablierung blühender Untersaaten in Soja gezeigt werden. Insbesondere Öllein, Leindotter, Phacelia und Senf erwiesen sich als geeignete Komponenten. Erste Ertragserhebungen lieferten zudem vielversprechende Ergebnisse: Weder Ertragsverluste noch Qualitätseinbußen sind zu erwarten. Damit wurde ein wesentlicher Schritt hin zu einem nachhaltigen Anbausystem erreicht, das Bodenschutz und Biodiversitätsförderung wirksam verbindet – ohne Ertragseinbußen oder Flächenminderung bei der Hauptkultur. Die Grundpfeiler des Verfahrens sind gelegt, wenngleich technische Details – insbesondere im Bereich des Beikrautmanagements – weiter optimiert werden müssen, um ein praxisrelevantes Effizienzniveau zu sichern.
Im Folgeprojekt ABUS werden die HfWU und Taifun daher die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Anbauverfahrens wissenschaftlich bewerten und weiter an der Optimierung des Anbauverfahrens arbeiten. Auch in diesem Projekt wird die enge Zusammenarbeit mit Landwirten im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, eine breite Umsetzung des Anbauverfahrens in der Praxis zu ermöglichen.

Veröffentlichung zum Thema: Towards higher agrobiodiversity – Evaluating the effects of undersowing different flowering species on soybean productivity
