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Den optimalen Zeitpunkt zur Saat treffen!

Wie so oft in der Landwirtschaft ist der richtige Zeitpunkt entscheidend für den Anbauerfolg. Bei Soja gilt: So früh wie möglich – so spät wie nötig. Im deutschen Klima führt eine verspätete Aussaat unweigerlich zu einem sehr hohen Risiko in der Ernte. Ein feuchter Kälteeinbruch unmittelbar nach der Saat führt andererseits zu sehr schlechten Auflaufergebnissen. Soja-Keimlinge brauchen in den ersten Tagen einen warmen Boden (~10°C), um rasch in Gang zu kommen. Ansonsten verlieren sie ihre Vitalität und es kommt zu Fehlstellen im Bestand. Durch die verzögerte Entwicklung der Soja verstärkt sich das Risiko einer Verunkrautung zusätzlich. Die Rhizobien vergehen, wenn sie nicht rasch auf einen vitalen Keimling treffen. Wenn die Pflanzen einmal im Spitzen sind, vertragen sie wieder Kälte und sobald die ersten Blätter entwickelt sind sogar Fröste bis -7°C. Im Gegensatz zum Mais kann Soja abgefrorene Blätter rasch durch neue Seitentriebe kompensieren. Junge Sojapflanzen vertragen tendenziell mehr Frost als gleichalte Maispflanzen.

Am Oberrhein liegt der optimale Aussaattermin in aller Regel Ende April. Bei stabiler, warmer Witterung spricht nichts gegen eine Aussaat vor dem 15. April. Nach dem 10. Mai ist nicht mehr optimal, nach dem 20. Mai ist schlecht. Im Juni kann man nur noch von einer Aussaat abraten. Im Trockengebiet in Unterfranken wird vielfach bereits Anfang April gesät.

Die Triebkraft bei nasskalter Witterung wäre ein wichtiges Selektionsmerkmal bei der Züchtung von Sorten für Deutschland. Besonders in kühlen Frühjahren ist eine einwandfreie Saatgutqualität entscheidend für den Erfolg der Aussaat.

Der Artikel „Wann soll die Bohne in den Boden“ (PDF) aus dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt 13-2014 stellt anschaulich die klaren Ergebnisse bayerischer Versuche zum Thema dar.

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte