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Mähdreschereinstellung und -technik

Grundsätzlich können Sojabohnen mit jedem verfügbaren Drescher geerntet werden, es ist keine zusätzliche Ausstattung erforderlich. Dabei sind Druschverluste von 10% keine Seltenheit, auch 20% kommen vor. Der größte Teil der Verluste entsteht in der Regel durch Schnitthülsen und vor dem Dreschtisch aufplatzende Hülsen. Durch eine sorgfältige Einstellung aller Komponenten des Dreschers und eine gute Maschinenführung lassen sich die Verluste unter normalen Erntebedingungen (kein Lager, optimale Druschfeuchte) auf wenige Prozent reduzieren. Auf ebenen Flächen und bei optimaler technischer Ausstattung (Flexschneidwerk, Windhaspel) kann fast ohne Verluste geerntet werden. Manche Schneidwerksmodelle, wie beispielsweise das Claas Vario, lassen sich nicht sehr tief absenken, was für den Sojadrusch von Nachteil ist. Wie bei anderen Körnerleguminosen auch sind Axialdrescher besonders kornschonend. Auch mit Trommeldreschern kann jedoch gute (Saatgut-) Qualität geerntet werden. Der Einweichtest eignet sich hervorragend, um während der Ernte rasch zu überprüfen, wie stark die Samenhüllen beschädigt werden.

Parameter zur Dreschereinstellung

Die exakten Parameter hängen natürlich vom Drescherfabrikat und auch vom Bestand (Korngröße!) ab. Grundsätzlich lohnt es sich, im Tagesverlauf bei wechselnden Bedingungen (vor allem Druschfeuchte und Korngröße) die Einstellungen anzupassen. Folgende Angaben zeigen die Richtung:

  • Fahrgeschwindigkeit: 4-5 km/h. Bei zu langsamer Fahrt fehlt Stroh in der Dreschtrommel. Bei zu schneller Fahrt werden die pflanzen unsauber abgeschnitten, es kommt vermehrt zu Ausfall und zu Schnitthülsen.
  • Haspel: Die Haspel läuft ganz tief, etwas vor dem Schneidwerk und geringfügig schneller als Fahrgeschwindigkeit. Es wird grundsätzlich ohne Ährenheber gedroschen
  • Trommel: Eine niedrige Drehzahl schont die empfindlichen Körner. Faustzahl sind 400 U/min, je nach Fabrikat geht die Spannweite von 200 bis 600 U/min
  • Dreschkorb: Öffnung 20 bis 25 mm vorne, 15 bis 18 mm hinten. Bei zu weitem Dreschkorb werden viele Hülsen nicht ausgedroschen und gelangen in die Überkehr, es entsteht mehr Bruch
  • Siebe: 15 bis 18 mm Lochdurchmesser im Ober-, 10 bis 12 mm im Untersieb
  • Wind: ¾ bis voll, nach vorne gerichtet
  • Be- und Entladung des Druschtanks:
    • Es entsteht unnötig Bruch in der Zufuhrschnecke, wenn der Tank bis über den Einlauf befüllt wird
    • Beim Entladen wird Bruch vermieden, indem die Entladeschnecke stets unter Volllast läuft (Tank nicht ganz entleeren!)

Links zum Thema

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte; Teile von FiBL Deutschland e.V.