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Sojasorten

China ist die Wiege der Sojabohne. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der kühlen Mandschurei bis in die Subtropen. Im Zuge der Domestizierung wurde die Kultur bereits früh in weitere Länder Ostasiens, allen voran Japan, eingeführt. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es in Europa Bemühungen, die „Wunderbohne“ züchterisch an die hiesigen Bedingungen anzupassen. Der Durchbruch wurde schließlich mit groß angelegten staatlichen Zuchtprogrammen in Nordamerika geschafft. Besonders in Kanada wurde intensiv auf Frühreife selektiert. Von dort kamen dann auch die ersten wirtschaftlich interessanten frühreifen Sorten nach Mitteleuropa und ermöglichten hier in den 1980-er Jahren die erste kleine „Soja-Anbauwelle“. In der Zwischenzeit sind auch europäische Unternehmen und Universitäten intensiv in die Sojazüchtung eingestiegen. Europäische Sorten bestreiten heute einen erheblichen Teil der heimischen Anbaufläche. Es stehen zahlreiche Sorten für den deutschen Anbau zur Verfügung. Ein Netz von Sortenversuchen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands liefert umfangreiche Informationen über die Sorteneignung für den heimischen Anbau. Durch die intensive Zuchtarbeit gibt es regelmäßig interessante Neuheiten am Soja-Saatgutmarkt. Zur klaren Übersicht werden die Sorten in Reifegruppen eingeteilt.

Für die Lebensmittelherstellung werden vielfach Spezialsorten nachgefragt. Tofu erfordert beispielsweise eine besondere Aminosäurenqualität. Natto bedarf besonders kleiner Körner, bei Edamame müssen sie besonders groß sein.

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte