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Sorten für Deutschland

Aktuell: Sortenratgeber Soja, dlz agrarmagazin Februar 2017

Vor dem Anbau zu spätreifer Sorten in ungünstigen Lagen (z. B. Kaltluftsenken, Spätfrostlagen, Waldränder) wird gewarnt. Bei der Sortenwahl ist neben der Ertragsleistung und Standfestigkeit besonders auch auf das Qualitätsmerkmal Proteingehalt zu achten. Im Vertragsanbau für die Tofuherstellung werden sogenannte Hoch-Eiweiß-Sorten wie Primus oder Korus bevorzugt, welche den Vertragslandwirten meist von den Verarbeitern vorgegeben werden.

Nachfolgend geben wir einen Überblick über aktuelle Sorten für den deutschen Anbau. Dazu führen wir eine Liste mit Bezugsquellen für Saatgut sowie eine Übersicht der aktuellen Sortenversuche.

Orientierungsliste 2016

Sorten für günstige Standorte (Reifegruppe 00) mit hohem Ertrag und hohem Eiweißertrag:

ES  MENTOR (Linz) überdurchschnittlicher Ertrag, ordentlicher Proteingehalt, mittlerer Wuchs, sehr geringe Lagerneigung; mittleres TKG; empfindlich gegen Metribuzin.

SY ELIOT (Linz) überdurchschnittlicher Ertrag bei ordentlichem Proteingehalt und passabler Standfestigkeit

SILVIA PZO (IG Pflz./PZO) überdurchschnittlicher Ertrag, unterdurchschnittlicher Proteingehalt, starker Wuchs, leicht erhöhte Lagerneigung; mittleres TKG; passt ins Trockengebiet.

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht:, FLAVIA, LENKA, NAYA, SIGALIA, SOPRANA, SUEDINA, AMPHOR, CARDIFF, ESSOR, PROTEIX sowie im Vertragsanbau zur Tofuherstellung KORUS und PRIMUS

Sorten mit früherer Reife (Reifegruppe 000/00, etwa 4 Tage früher als RG 00) für weniger günstige Standorte:

SY LIVIUS (Linz) mit überdurchschnittlichem ertrag und auch Proteinertrag, passable Satndfestigkeit;

TOURMALINE (ACW/Farmsaat) überdurchschnittlicher Ertrag bei unterdurchschnittlichem Eiweißgehalt: durchschnittlicher Rohproteinertrag; neigt auf wüchsigen Standorten zu Lager, TKM mittel

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: POLLUX, SOLENA und RGT Shouna.

Sorten mit noch früherer Reife (Reifegruppe 000; etwa 8 Tage früher als RG 00) für nicht so günstige Standorte mit deutlich früherer Ernte für Futternutzung:

MERLIN EU (Linz / verschied.) stabile Sorte mit sicherer Abreife auch in nicht ganz so günstigen Lagen und dort überdurchschnittlichem Ertrag; mittlere Lagerneigung, sehr niedriges TKG; nicht fürs Weinbaugebiet.

LISSABON (Linz) leicht überdurchschnittlicher Ertrag; Eiweißgehalt durchschnittl., mittlere Lagerneigung; einige Tage später als Merlin; passt auch ins Trockengebiet

SULTANA (RAGT) überdurchschnittlich in Ertrag und Eiweißgehalt; geringe Lagerneigung; reift einige Tage später als Merlin; passt nicht ins Trockengebiet

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: ABELINA, ALIGATOR, AMADEA, AMANDINE, AMAROK, GALLEC, OBELIX, SIRELIA und VIOLA.

Sorten mit extrem früher Reife (Reifegruppe 0000) und stark begrenztem Ertragspotential, für Grenzstandorte oder als Zweitfrucht im Weinbauklima. Keine Empfehlung! Am Markt sind ANNUSHKA, BOHEMIANS, TIGUAN, TUNDRA

Autor: Jürgen Recknagel, Deutscher Sojaförderring