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Sorten für Deutschland

Aktuell:  „Der Standort bestimmt die Sojasorte“, bioland Januar 2018,  „Sortenratgeber 2017“, dlz agrarmagazin Februar 2017

Vor dem Anbau zu spätreifer Sorten in ungünstigen Lagen (z. B. Kaltluftsenken, Spätfrostlagen, Waldränder) wird gewarnt. Bei der Sortenwahl ist neben der Ertragsleistung und Standfestigkeit besonders auch auf das Qualitätsmerkmal Proteingehalt zu achten. Im Vertragsanbau für die Tofuherstellung werden sogenannte Hoch-Eiweiß-Sorten wie Primus oder Korus bevorzugt, welche den Vertragslandwirten meist von den Verarbeitern vorgegeben werden.

Nachfolgend geben wir einen Überblick über aktuelle Sorten für den deutschen Anbau. Dazu führen wir eine Liste mit Bezugsquellen für Saatgut sowie eine Übersicht der aktuellen Sortenversuche.

Orientierungsliste 2018

Sorten für günstige Standorte (Reifegruppe 00) mit hohem Ertrag und hohem Eiweißertrag:

ES  MENTOR (Linz) überdurchschnittlicher Ertrag, ordentlicher Proteingehalt, mittlerer Wuchs, sehr geringe Lagerneigung; mittleres TKG; empfindlich gegen Metribuzin.

LENKA (RWA) überdurchschnittlicher Eiweißertrag durch guten Proteingehalt und ordentlichen Ertrag bei passabler Standfestigkeit

SY ELIOT (Linz) überdurchschnittlicher Ertrag bei ordentlichem Proteingehalt und passabler Standfestigkeit

SILVIA PZO (IG Pflz./PZO) überdurchschnittlicher Ertrag, unterdurchschnittlicher Proteingehalt, starker Wuchs, leicht erhöhte Lagerneigung; mittleres TKG; passt ins Trockengebiet.

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: SOPRANA, RGT STUMPA, BETTINA, FLAVIA, NAYA, SIGALIA, SUEDINA, sowie im Vertragsanbau zur Tofuherstellung PRIMUS

Sorten mit früherer Reife (Reifegruppe 000/00, etwa 4 Tage früher als RG 00) für weniger günstige Standorte:

SY LIVIUS (Linz) mit überdurchschnittlichem Ertrag und auch Proteinertrag, passable Standfestigkeit;

SOLENA und RGT Shouna (RGT) ordenttlicher Ertrag bei durchschnittlichem Eiweißgehalt; Solena neigt auf wüchsigen Standorten zu Lager

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: POLLUX, TOURMALINE.

Sorten mit noch früherer Reife (Reifegruppe 000; etwa 8 Tage früher als RG 00) für nicht so günstige Standorte mit deutlich früherer Ernte für Futternutzung:

MERLIN EU (Linz / verschied.) stabile Sorte mit sicherer Abreife auch in nicht ganz so günstigen Lagen und dort überdurchschnittlichem Ertrag; mittlere Lagerneigung, sehr niedriges TKG; nicht fürs Weinbaugebiet.

ES COMANDOR (Euralis) leicht überdurchschnittlicher Ertrag; Eiweißgehalt durchschnittl., mittlere Lagerneigung; einige Tage später als Merlin

SIRELIA (RAGT) überdurchschnittlich in Ertrag, durchschnittlich im Eiweißgehalt; etwas Lagerneigung

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: ähnlich früh wie Merlin: ABELINA, ALEXA, OBELIX, GL MELANIE. Etwas später: AMADEA, AMANDINE, AMAROK, CORALINE, GALLEC, GALICE, REGINA, SULTANA und VIOLA.

Sorten mit extrem früher Reife (Reifegruppe 0000) und stark begrenztem Ertragspotential, für Grenzstandorte oder als Zweitfrucht im Weinbauklima. Keine Empfehlung! Am Markt sind ANNUSHKA, BOHEMIANS, TIGUAN, TUNDRA

Autor: Jürgen Recknagel, Deutscher Sojaförderring