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Sorten für Deutschland

Sorten für Deutschland

Aktuell:

Die Übersicht Sojasorten und Bezugsquellen 2020 ist erschienen. In Deutschland bieten inzwischen 19 Anbieter Saatgut von über 50 Sorten an. Landwirte können zudem aus neun verschiedenen Impfmitteln wählen.

Gute Übersicht:  „Mehr Eiweiß von heimischen Äckern“, erschienen in der    06/20

Vor dem Anbau zu spätreifer Sorten in ungünstigen Lagen (z. B. Kaltluftsenken, Spätfrostlagen, Waldränder) wird gewarnt. Bei der Sortenwahl ist neben der Ertragsleistung und Standfestigkeit besonders auch auf das Qualitätsmerkmal Proteingehalt zu achten. Im Vertragsanbau für die Tofuherstellung werden sogenannte Hoch-Eiweiß-Sorten wie Primus oder Korus bevorzugt, welche den Vertragslandwirten meist von den Verarbeitern vorgegeben werden.

Nachfolgend geben wir einen Überblick über aktuelle Sorten für den deutschen Anbau. Weiterhin führen wir eine Übersicht der aktuellen Sortenversuche.

Orientierungsliste 2020

Sorten für günstige Standorte (Reifegruppe 00) mit hohem Ertrag und hohem Eiweißertrag:

ES MENTOR (Linz) überdurchschnittlicher Ertrag, ordentlicher Proteingehalt, mittlerer Wuchs, sehr geringe Lagerneigung; mittleres TKG; empfindlich gegen Metribuzin (M).

LENKA (RWA) überdurchschnittlicher Eiweißertrag durch hohen Proteingehalt und ordentlichen Ertrag bei passabler Standfestigkeit

RGT SIROCA (M), RGT STUMPA (RAGT) durchschnittlicher Ertrag, durchschnittlicher Proteingehalt, mittlerer Wuchs, sehr geringe Lagerneigung; mittleres TKG.

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: ALBENGA, ALVESTA, ATACAMA (M), BETTINA, SOPRANA, YAKARI (neigt auf wüchsigen Standorten zu Lager) sowie im Vertragsanbau zur Tofuherstellung PRIMUS. Im Würzburger Trockengebiet auch SILVIA PZO (RG 0)

Sorten mit früherer Reife (Reifegruppe 000/00, etwa 4 Tage früher als RG 00) für nicht ganz so wärmebegünstigte Standorte mit ebenfalls guten Erträgen und Eiweißgehalten:

SY LIVIUS (Linz) mit überdurchschnittlichem Ertrag und auch Proteinertrag, passable Standfestigkeit;

RGT SHOUNA (RAGT) und SOLENA ordentlicher Ertrag bei durchschnittlichem Eiweißgehalt; Solena neigt auf wüchsigen Standorten zu Lager

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: ACARDIA, ADELFIA, ALICE, AMADEA, AMIATA, CORALINE, GALICE, POLLUX.

Sorten mit noch früherer Reife (Reifegruppe 000; etwa 8 Tage früher als RG 00) für nicht so günstige Standorte mit deutlich früherer Ernte:

MERLIN EU (Linz / verschied.) stabile Sorte mit sicherer Abreife auch in nicht ganz so günstigen Lagen und dort überdurchschnittlichem Ertrag; mittlere Lagerneigung, sehr niedriges TKG; nicht fürs Weinbaugebiet.

ES COMANDOR (Euralis) leicht überdurchschnittlicher Ertrag; Eiweißgehalt durchschnittl., mittlere Lagerneigung; einige Tage später als Merlin

SIRELIA (RAGT) überdurchschnittlich in Ertrag, durchschnittlich im Eiweißgehalt; etwas Lagerneigung

In diesem Segment kommen außerdem in Betracht: ähnlich früh wie Merlin: ABELINA, ADSOY, ALEXA, GL MELANIE, OBELIX, TOUTATIS. Etwas später: ABACA, AMANDINE, AMAROK, AURELINA, ES FAVOR, GALICE, ES GOVERNOR, LISSABON, MARQUISE, ORKA, REGINA und VIOLA. Zur Tofuherstellung TOFINA und LICA (nur im Vertragsanbau).

Sorten mit extrem früher Reife (Reifegruppe 0000) und stark begrenztem Ertragspotential, für Grenzstandorte oder als Zweitfrucht im Weinbauklima. Keine Empfehlung! Am Markt ist ANNUSHKA.

Autor: Jürgen Recknagel, Deutscher Sojaförderring