» Anbau » Fruchtfolge

Fruchtfolgestellung

Im Vergleich zu vielen anderen Leguminosen ist Soja gut selbstverträglich. In allen deutschen Anbaugebieten ist eine dreijährige Anbaupause üblich. Dadurch wird der Befallsdruck mit Sklerotinia gering gehalten – wenn in den drei Jahren keine anderen Sklerotiniawirte angebaut werden. Auch der Druck der bisher wenig beachteten Diaporthe wird nach aktuellem Kenntnisstand durch eine dreijährige Anbaupause verringert. In engen Mais-Fruchtfolgen kann es bei Soja verstärkt zu Rhizoctonia-Befall kommen. Zudem können bestimmte Maisherbizide im Folgejahr zu Auflaufschäden bei Soja führen.

Der bei Soja generell hohe Beikrautdruck stellt besondere Anforderungen an die Vorfrucht. Für Soja als N-Fixierende Sommerung bietet sich eine abtragende Winterung mit guter Beikrautunterdrückung an, beispielsweise Winterroggen. Die Nmin-Gehalte im Boden sollten zu Soja möglichst gering sein, auch weil dadurch die Knöllchenbildung unterstützt wird.

Bei geringem Beikraut- und Sklerotiniadruck kann Soja ohne weiteres zweimal in Folge angebaut werden – gefolgt von einer mehrjährigen Pause. Der Eiweißgehalt ist in aller Regel aufgrund der erhöhten Rhizobienzahl im zweiten Jahr höher.

Der Vorfruchtwert von Soja wird generell geringer als der von Ackerbohne und Erbse eingeschätzt. Die sehr eiweißreiche Frucht nimmt viel Stickstoff mit vom Acker. Trotzdem können in der Folgekultur noch rund 30-50 kg Stickstoff eingespart werden. Die gute Beschattung im Hochsommer, das kräftige Wurzelwerk und die Streu, welche rasch von Regenwürmern aufgenommen wird, hinterlassen in der Regel eine gute Bodenstruktur. Nach guten, beikrautfreien Sojabeständen kann häufig auf den Pflug verzichtet werden.

Soja wird beim Greening mit dem Faktor 0,7 als ökologische Vorrangfläche angerechnet. Das bedeutet, wer 10 Hektar Soja anbaut kann 7 Hektar als Vorrangfläche ausweisen. Seit 2015 müssen 5% der Betriebsfläche ökologische Vorrangfläche sein.

Einzelne Betriebe haben gute Erfahrungen mit Untersaaten in Soja vor Reihenschluss oder zu Beginn der Abreife gemacht. In Frankreich gibt es auch interessante Versuche, Winterweizen zur Abreife in Soja einzustreuen.

Die kleinen, unscheinbaren Sojabüten öffnen sich kaum und produzieren wenig Nektar und Pollen, entsprechend gering ist der ökologische Wert der Sojabohne für Honigbienen und andere bestäubende Insekten. Nur bei hohen Temperaturen und wenn sonst nichts mehr blüht werden Sojafelder intensiv beflogen. Dann kann der Bienenbesuch nach aktuellen amerikanischen Studien jedoch zu erheblichem Mehrertrag durch die verbesserte Bestäubung führen.

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte