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Schwefeldüngung

Kein Effekt auf Sojaerträge

Der hohe Eiweißgehalt der Sojabohne legt die Vermutung nahe, dass Schwefel als zentraler Eiweiß-Baustein beim Sojaanbau eine wichtige Rolle spielt. Untersuchungen der Taifun Tofuprodukte GmbH geben jedoch einen Hinweis darauf, dass Sojabohnen im mitteleuropäischen Anbau generell ausreichend mit Schwefel versorgt sind. Die Untersuchungen zeigten, dass reife Bio-Sojabohnen aus europäischem Anbau sehr viel Schwefel enthalten. Es wurden 177 Sojalieferungen aus dem Vertragsanbau der Firma aus den Jahren 2009 und 2010 von unterschiedlichsten Standorten in Deutschland, Frankreich und Österreich analysiert. Im Mittel lag der Schwefelgehalt in den Bohnen mit 0,43% deutlich über einem aus jüngeren brasilianischen Untersuchungen bekannten Grenzwert von 0,28%. Keine der Proben ergab einen Hinweis auf eine Schwefelmangelsituation.

Auch in einem Versuch der Professur für Organischen Landbau der Universität Gießen mit 17 verschiedenen Sojasorten auf 136 Parzellen in 2011 konnte durch eine Schwefeldüngung kein Mehrertrag erzielt werden. Dies steht im Gegensatz zu der deutlichen Wirkung einer Schwefeldüngung bei Futterleguminosen (vgl. Bioland 02/2011). Der unterschiedliche Effekt kann folgende Gründe haben: Bei Futterleguminosen wird mit ca. 50 kg S pro ha und Jahr eine große Menge an Schwefel abgefahren, was den großen Bedarf erklärt. Bei Sojabohnen ist die Abfuhr mit ca. 10 kg S pro ha viel geringer. Dazu kommt, dass der Schwefelbedarf von Sojabohnen durch die sehr späte Bestandsentwicklung in eine Phase stärkerer Schwefel-Mineralisation aus dem Boden fällt. Es scheint, als ob die Sojabohne ihren Bedarf noch aus den vorhandenen Reserven decken kann.

Die Ergebnisse decken sich mit den Beobachtungen erfahrener deutscher Soja-Praktiker, die keine Effekte durch Schwefelgaben zu Soja beobachten konnten. S-Düngungsversuche in Nordamerika bestätigen die Aussage: Selbst bei geringen Schwefelgehalten im Boden führte eine Düngung zu Soja nur selten zu positiven Ertragseffekten.

Autor: Dr. Stephanie Fischinger, Bioland; Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte; Franz Schulz, Universität Gießen