» Anbau » Krankheiten und Schädlinge » Distelfalter

Distelfalter

Vanessa cardui kann in Deutschland in einzelnen Jahren massenhaft auftreten und dann teils erhebliche Fraßschäden an Sojabeständen verursachen. Zuletzt war dies 2003 und 2009 der Fall; 2016 trat der Falter fast überall auf, richtete aber nur in Unterfranken nennenswerte Schäden an. Die Schmetterlinge, die zur selben Gattung wie der Admiral gehören, sind in vielen wärmeren Regionen der Erde heimisch. In Deutschland überwintern sie nur in sehr milden Jahren. Zu relevanten Schäden bei Soja kommt es i.d.R. nach Massenvermehrungen im Mittelmeerraum, von wo die Falter dann im Frühling nach Deutschland fliegen. Die erste Raupen-Generation tritt im Juni und Juli auf und kann in Soja erhebliche Fraßschäden verursachen. Die zweite Generation tritt im August und September auf und richtet dann keinen Schaden mehr an.

Befallskontrolle

Ab Anfang Juni ist mit einem Auftreten zu rechnen. Die Raupen treten häufig nesterweise auf. Wichtige Indizien für einen beginnenden Bestandsbefall sind tropfenförmige gelbe Aufhellungen auf den Blättern, die durch die Eiablage entstehen. Bei beginnender Fraßtätigkeit der Raupen rollen die Blätter sich ein und es finden sich grün-schwarze Kotreste auf den Blättern. Die Raupen selbst sind schwarz mit einem gelben Seitenstreifen. Als Schadschwelle gelten ca. 20 Raupen je laufenden Meter oder ein bis zwei Befallsherde pro 100 m².

Bekämpfung

Durch rechtzeitigen Einsatz von Bacillus thuringiensis (Subspezies aizavai) lassen sich die Fraßschäden gut eindämmen. Das Produkt XenTari hat eine Bio-Zulassung. Die Behandlung ist besonders effektiv, wenn die Raupen nicht größer als 1 cm sind. Ausgewachsene Raupen verpuppen sich bald und richten dann keinen Schaden mehr an. Die schlüpfenden Falter legen zunächst weite Strecken zurück, bevor sie erneut in Eilage gehen; insofern ist von einer Bekämpfung ausgewachsener Raupen abzuraten. Auszubringende Menge pro ha sind 1-2 kg mit mindestens 500 l, besser 600 l Wasser pro ha. Erfahrene Praktiker empfehlen zudem eine Zugabe von 1 kg Zucker und 500 g Milchpulver auf 100 l Wasser, damit das Präparat besser haftet und von den Raupen gut aufgenommen wird.

Für den Einsatz von Bt-Präparaten in Soja ist eine Einzelfallgenehmigung nach § 22/2 Pflanzenschutzgesetz vom zuständigen Pflanzenschutzdienst erforderlich.

In konventionellen Anbau ist das Mittel Karate Zeon (75 ml/ha) regulär zugelassen. Im Gegensatz zu Bt ist dieses Mittel jedoch sehr gefährlich für Nützlinge.

Links zum Distelfalter

Passable Informationen zur Biologie und zum faszinierenden Lebenszyklus des Wanderfalters bietet Wikipedia.

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte