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Aktuelle Meldung 25. Juli 2016: Mitte Juni wurden von Österreich über Franken und Baden bis nach Hessen an zahlreichen Sojafeldern Distelfalter gesichtet. Bald traten lokal auch gehäuft Raupen des Falters auf. Am Oberrhein und in Unterfranken wurde stellenweise die Schadschwelle überschritten, einzelne Betriebe haben die Raupen bekämpft, was gut funktioniert hat. Seit Mitte Juli schlüpfen nun die Falter der zweiten Generation auf den Flächen, die nicht behandelt wurden. Diese stellen jedoch keine Gefahr mehr dar. Als Wanderfalter ziehen sie zunächst weiter in die Ferne, bevor sie erneut Eier ablegen. Die Sojabestände sind inzwischen so weit entwickelt, dass die Raupen sie nicht mehr schädigen können. Das Jahr hat erneut gezeigt, dass Distelfalter an Soja in erster Linie ein spannendes Phänomen sind und nur hier und da zum Problem werden.

Distelfalter

Vanessa cardui kann in Deutschland in einzelnen Jahren massenhaft auftreten und dann teils erhebliche Fraßschäden an Sojabeständen verursachen. Zuletzt war dies 2003 und 2009 der Fall. Die Falter, die zur selben Gattung wie der Admiral gehören, sind in vielen wärmeren Regionen der Erde heimisch. In Deutschland überwintern sie nur in sehr milden Jahren. Zu relevanten Schäden bei Soja kommt es i.d.R. nach Massenvermehrungen im Mittelmeerraum, von wo die Falter dann im Frühling nach Deutschland fliegen. Die erste Raupen-Generation tritt im Juni und Juli auf und kann in Soja erhebliche Fraßschäden verursachen. Die zweite Generation tritt im August und September auf und richtet dann keinen Schaden mehr an.

Befallskontrolle

Ab Anfang Juni ist mit einem Auftreten zu rechnen. Die Raupen treten häufig nesterweise auf. Wichtige Indizien für einen beginnenden Bestandsbefall sind tropfenförmige gelbe Aufhellungen auf den Blättern, die durch die Eiablage entstehen. Bei beginnender Fraßtätigkeit der Raupen rollen die Blätter sich ein und es finden sich grün-schwarze Kotreste auf den Blättern. Die Raupen selbst sind schwarz mit einem gelben Seitenstreifen. Als Schadschwelle gelten ca. 20 Raupen je laufenden Meter oder ein bis zwei Befallsherde pro 100 m².

Bekämpfung

Durch rechtzeitigen Einsatz von Bacillus thuringiensis (Subspezies aizavai) lassen sich die Fraßschäden gut eindämmen. Das Produkt XenTari hat eine Bio-Zulassung. Die Behandlung ist besonders effektiv, wenn die Raupen nicht größer als 1 cm sind. Ausgewachsene Raupen verpuppen sich bald und richten dann keinen Schaden mehr an. Die schlüpfenden Falter legen zunächst weite Strecken zurück, bevor sie erneut in Eilage gehen; insofern ist von einer Bekämpfung ausgewachsener Raupen abzuraten. Auszubringende Menge pro ha sind 1-2 kg mit mindestens 500 l, besser 600 l Wasser pro ha. Erfahrene Praktiker empfehlen zudem eine Zugabe von 1 kg Zucker und 500 g Milchpulver auf 100 l Wasser, damit das Präparat besser haftet und von den Raupen gut aufgenommen wird.

Für den Einsatz von Bt-Präparaten in Soja ist eine Einzelfallgenehmigung nach § 22/2 Pflanzenschutzgesetz vom zuständigen Pflanzenschutzdienst erforderlich.

In konventionellen Anbau ist das Mittel Karate Zeon (75 ml/ha) regulär zugelassen.

Links zum Distelfalter

Passable Informationen zur Biologie und zum faszinierenden Lebenszyklus des Wanderfalters bietet Wikipedia.

Autor: Fabian von Beesten, Taifun Tofuprodukte